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Höhepunkte des vergangenen Jahres

Höhepunkte des vergangenen Jahres

Höhepunkte des vergangenen Jahres

Unter den begeisternden Ereignissen des vergangenen Jahres nahmen die internationalen Kongresse „Gottes Weg des Lebens“ einen besonderen Platz ein. Sie bildeten den greifbaren Beweis dafür, daß Jehovas Anbeter wirklich „eine große Volksmenge ... aus allen Nationen und Stämmen und Völkern und Zungen“ geworden sind, die Jehova auf das Leben in seiner neuen Welt vorbereitet (Offb. 7:9, 10). Nachdem ein Zeuge Jehovas aus Guadeloupe einen dieser Kongresse besucht hatte, sagte er, er könne dies jetzt zum erstenmal gefühlsmäßig erfassen.

Nie zuvor waren so viele Besucher auf der Reise zu internationalen Kongressen. Zehntausende reisten in andere Länder, ja sogar zu Kongressen auf anderen Kontinenten. Dadurch wurde überdeutlich, daß sie wirklich zu einer internationalen Familie gehören.

Von Ende Mai bis August fanden in verschiedenen Städten in den Vereinigten Staaten, in Kanada und in Großbritannien internationale Kongresse „Gottes Weg des Lebens“ statt, gefolgt von weiteren Kongressen in Deutschland und Griechenland. Auf jedem dieser Kongresse sprachen Brüder der leitenden Körperschaft, oftmals mit Hilfe von Dolmetschern. In ganz Nordamerika und in Europa fanden zur selben Zeit Hunderte von Bezirkskongressen statt.

Als am 22. Mai in San Diego (Kalifornien) der erste der internationalen Kongresse begann, freuten sich die Kongreßbesucher darüber, daß 45 Missionare aus 14 Ländern unter ihnen waren. Zwei Wochen später kamen spanischsprechende Zeugen in demselben Stadion zusammen. Von den 25 181 Anwesenden bei diesem Kongreß waren über 3 100 ausländische Delegierte. Als Redner aus Argentinien, Chile, Costa Rica, El Salvador, Mexiko, Peru, Spanien und Uruguay sprachen, mußten sich die Zuhörer an den jeweiligen charakteristischen Akzent gewöhnen. Welch ein freudiges und begeistertes Publikum sie doch waren!

In der darauffolgenden Woche stieg die Zahl der Zuhörer auf dem Kongreß in Pontiac (Michigan) auf 42 763 an, die sogar aus mindestens 44 Ländern gekommen waren. Aus Großbritannien, Südafrika und der Tschechischen Republik waren jeweils mehr als 300 Delegierte anwesend. Die Kongreßbesucher waren aus 14 europäischen, 8 afrikanischen, 20 amerikanischen und 2 asiatischen Ländern gekommen. In einigen Fällen legten ganze Familien, ja sogar ganze Versammlungen zusammen, so daß wenigstens einer von ihnen reisen konnte. Die Anwesenheit so vieler ausländischer Delegierter begeisterte die Zuhörer offensichtlich. Und die Ansprachen, die von Brüdern der leitenden Körperschaft — den Brüdern Schroeder, Barr und Sydlik — gehalten wurden, gingen ihnen sehr zu Herzen. Es habe etwas stattgefunden, so sagte ein Bruder, was man künftigen Generationen erzählen könne und möglicherweise auch vergangenen Generationen, sobald sie auferweckt worden sind. (Vergleiche Psalm 48:1, 12-14.)

Gleichzeitig mit dem Kongreß in Pontiac fanden in Montreal (Quebec, Kanada) 4 weitere Kongresse statt, und zwar in Französisch, Portugiesisch, Griechisch und Arabisch. Die Brüder waren von dem, was von den Mitgliedern der leitenden Körperschaft, die teilweise sehr betagt sind, geleistet wurde, um allen zu dienen, tief bewegt. Die Zahl der Besucher stieg auf 33 242, darunter 4 071 Delegierte aus dem Ausland. Eine ganze Reihe war aus Frankreich und Brasilien gekommen, viele aus Belgien, von Guadeloupe und Martinique. 13 afrikanische Länder waren vertreten. Unter den Delegierten befand sich eine langjährige Pionierin aus Mali (Westafrika), die auf Grund der Freundlichkeit einer Geschäftsfrau, der sie regelmäßig die Zeitschriften bringt, anwesend sein konnte. Ein brasilianisches Ehepaar, das sein Auto verkauft hatte, um die Reise zu finanzieren, sagte: „Es war die beste Investition unseres Lebens.“

An den nächsten beiden Wochenenden im Juni fanden in Vancouver an Kanadas Westküste zwei weitere Kongresse statt. Insgesamt waren 22 273 Besucher anwesend, von denen viele aus weit entfernten Gebieten wie Südostasien oder Nordeuropa gekommen waren. Gleichzeitig mit dem letzten Kongreß in Vancouver fand auch einer in Toronto (Ontario) statt. Außer aus Kanada waren Delegierte aus Deutschland, Polen, Finnland, Österreich und vielen anderen europäischen Ländern und auch aus Afrika gekommen. 41 381 Anwesende wurden gezählt. Alles in allem waren auf den kanadischen Kongressen ausländische Delegierte aus 52 Ländern anwesend — wahrlich eine internationale Menge!

In den Vereinigten Staaten fanden vom 3. bis zum 5. Juli zeitgleich 7 Kongresse an der Pazifikküste im weitläufigen Kongreßzentrum von Long Beach (Kalifornien) statt, und zwar in Chinesisch (sowohl in Kantonesisch als auch in Mandarin), Englisch, Italienisch, Japanisch, Koreanisch, Tagalog und Vietnamesisch. Die Besucherzahlen lagen zwischen 552 beim vietnamesischsprachigen und 12 659 beim englischsprachigen Kongreß. Große Delegationen aus dem Orient und aus Italien erfreuten sich der Gemeinschaft mit denen, die aus amerikanischen, osteuropäischen und afrikanischen Ländern gekommen waren. Darunter waren manche, die sich außergewöhnlich angestrengt hatten, anwesend zu sein. In den Pausen gingen Delegierte heimatlich gekleidet von einer Sprachgruppe zur nächsten, begrüßten einander mit Handschlag, umarmten sich, tauschten Adressen aus und machten Bilder. Ein Bruder, der an den Kongreßvorbereitungen beteiligt war, schrieb: „Alle Kongresse sind gut; sie alle schlagen sozusagen Wellen, deren Wirkung noch Monate danach zu verspüren ist. Dieser Kongreß aber glich eher einem Tsunami. Er war stark und hatte enorme Auswirkungen auf das Herz der Delegierten.“

Nach dem Wochenende der vielen Kongresse in Long Beach fand ein weiterer in Spanisch statt, dieses Mal in Houston (Texas). Unter den 34 257 Anwesenden waren 2 820 ausländische Delegierte aus 14 Ländern, die in 1 217 Wohnungen von ortsansässigen Zeugen gastfreundlich aufgenommen wurden.

Was die Delegierten mit am meisten beeindruckte, war der herzliche Empfang — die brüderliche Liebe, mit der sie von Mitchristen überschüttet wurden, die sie vorher noch nie gesehen hatten. Natürlich hatten sie von der internationalen Bruderschaft gelesen und wußten, daß Jehova sein Volk lehrt, diese Liebe zu zeigen (Heb. 13:1, 2; 3. Joh. 5-8). Aber jetzt verspürten sie diese Liebe auf eine Weise wie noch nie zuvor. Auf den Flughäfen wurden die Delegierten begeistert von jungen und älteren Brüdern und Schwestern willkommen geheißen. Für ausländische Delegierte waren Unterkunftsmöglichkeiten bei einheimischen Zeugen geschaffen worden. Als was für ein Segen sich dies erwies!

In Texas mußten etliche Busse mehrere Male zum Kongreßsaal nach Rosenberg fahren und die ausländischen Delegierten dorthin bringen, die ihre Gastgeber im Kongreßsaal treffen sollten. Dort jubelte eine Schar von etwa 500 Zeugen den eintreffenden Delegierten zu und applaudierte. In Belleville (Michigan) standen zu jeder Tages- und Nachtzeit Hunderte von Zeugen bereit, die müden Delegierten zu begrüßen, die in Busgruppen ankamen. Als die Delegierten den Kongreßsaal betraten, wurden sie mit den Liedern „Myriaden von Brüdern“ und „Wir sind Jehovas Zeugen!“ begrüßt. Im Kongreßsaal von Mira Loma in Kalifornien beherrschten viele Brüder zwei Sprachen — Englisch und Spanisch —, und sie sangen die Strophen des Liedes „Hab Dank, Herr Jehova“ abwechselnd in diesen Sprachen. Es war ein wunderbarer Anblick, und vor lauter Freudentränen blieb kaum ein Auge trocken.

In Michigan boten die Zeugen doppelt so viele Unterkünfte an, wie benötigt wurden. Viele baten am Telefon flehentlich, sich um einige der Besucher kümmern zu dürfen. Wer keine Delegierten unterbringen konnte, half bei der Verpflegung und beim Transport mit. Einige Delegierte stellten fest, daß sie nicht nur in der Wohnung ihrer Gastgeber willkommen geheißen wurden, sondern sogar in deren Betten schlafen durften, während die Gastgeber selbst auf dem Fußboden schliefen. In den Abendstunden und nach dem Kongreß kamen Familien von Zeugen Jehovas, ja sogar ganze Versammlungen zu einem Essen oder einem Picknick mit den Delegierten zusammen. Sie sangen, tanzten Volkstänze und erzählten Erfahrungen. Ja, das waren wahrhaft Feste! Obwohl viele Delegierte die Sprache ihrer Gastgeber nicht beherrschten oder höchstens nur ein paar Worte sprechen konnten, fanden sie Verständigungsmöglichkeiten. Als die Zeit für den Abschied gekommen war, erschwerte es aber nicht nur die Sprachbarriere, Worte zu finden. Sie waren gefühlsmäßig tief berührt. Die Grundlagen für lebenslange Freundschaften waren gelegt worden.

Die ausländischen Delegierten waren nicht die einzigen, die von der Möglichkeit, in Privatunterkünften zu übernachten, profitierten. Ein kanadisches Ehepaar, das Delegierte aufgenommen hatte, schrieb: „Wir fragten uns alle, wie es wohl sein würde, wenn Personen, die uns völlig unbekannt waren, eine ganze Woche lang unsere Gäste wären. Wir stellten fest, daß eine Woche zu kurz war!“ Eine alleinerziehende Mutter schrieb: „Ich hatte das große Vorrecht, ein französisches Ehepaar zu beherbergen, was für meine Kinder und mich eine große Bereicherung war. Ich kann nur sagen, daß es wunderbar, herrlich und unvergeßlich war.“ Eine andere Familie, bei der ein Gast aus Togo unterkam, schrieb: „Wir finden keine Worte für die Freude und die Liebe, die wir gemeinsam empfanden ... Welch eine kostbare Erinnerung! Jehova hat uns alles gegeben, was wir uns wünschen konnten.“

Der Weg von Delegierten aus 87 Ländern führte sie auch zur Weltzentrale der sichtbaren Organisation Jehovas, von der die wichtigsten Abteilungen im Bundesstaat New York in Brooklyn, in Wallkill (145 Kilometer von Brooklyn) und in Patterson (112 Kilometer von Brooklyn) untergebracht sind. Vom 28. Mai bis zum 20. Juli kamen sie — insgesamt mehr als 14 500! Wie viele sagten, „wurde ein Traum wahr“. Eine Gruppe, die das Wachtturm-Schulungszentrum in Patterson besuchte, stellte sich nach dem Mittagessen im Speisesaal auf und sang vierstimmig das Lied 42 („ ‚Dies ist der Weg‘ “), um ihre Gefühle auszudrücken. Tief bewegt von dem Gesehenen und von der Liebe und Gastlichkeit, die sie erfahren hatten, hatten viele Tränen in den Augen, als sie den Brüdern und Schwestern dankten, die sie geführt hatten. Nicht nur die Besucher waren gerührt. Auch Glieder der Bethelfamilie sagten, sie würden diese Zeit nie vergessen.

Die vielen Delegierten, die internationale Kongresse in Europa besuchten, empfanden ebenso. Im Juli trafen die ersten Delegierten in Großbritannien ein. Vom 24. bis zum 26. Juli fanden dort in 9 Städten gleichzeitig Kongresse statt. Ob in Englisch, Französisch, Spanisch oder Pandschabi — stets wurde dasselbe Programm geboten. Bei den Ansprachen, die die Brüder der leitenden Körperschaft hielten, waren die Kongreßstätten durch Standleitung miteinander verbunden. Aus über 60 Ländern waren Delegierte zusammengekommen.

Ein Höhepunkt des Programms waren die Interviews mit den Missionaren und International Servants. Sie waren aus 45 Ländern gekommen und sprachen vor dem Publikum über die Freuden und die Herausforderungen des Dienstes im Ausland. Susan Snaith aus Westafrika gab zu: „Besonders in den ersten Monaten in einem neuen Gebiet kann man sehr heftiges Heimweh haben; da kann es einem helfen, im Gebiet zu bleiben, wenn man weiß, daß die Eltern hinter einem stehen und einen ermuntern.“ Doreen Kilgour, eine langjährige Missionarin in Südafrika, sagte: „Entscheidend ist, daß du die Menschen liebst. Die Menschen wirklich zu lieben und ihnen zu helfen, Jehova zu lieben und in seinen Wegen zu wandeln, trägt dazu bei, daß du in deinem Gebiet bleibst.“ Myrna Simms, die aus Ecuador gekommen war, ergänzte: „Konzentriere dich nicht auf das, was du aufgegeben hast, sondern auf die Arbeit, die vor dir liegt. Achte nicht auf die negativen Seiten. Sieh darüber hinweg, und vergiß nicht, daß wir ein Werk durchzuführen haben!“ Und Anne Crudass aus dem durch Krieg zerstörten Liberia berichtete: „Von uns wird erwartet, die einheimischen Brüder und Schwestern zu ermuntern, aber in Wirklichkeit haben sie uns sehr ermuntert. Wir haben ihren Eifer gesehen, ihren Glauben und ihre Tapferkeit in Kriegszeiten; wir haben gesehen, wie sie sich umeinander kümmerten und ihr Leben füreinander riskierten. ... Wir haben die liebevolle Fürsorge der Brüder persönlich erfahren. Mittlerweile sind wir viermal aus den uns zugeteilten Gebieten evakuiert worden, ... und als wir Flüchtlinge waren, waren die Brüder so besorgt um unser seelisches Wohlbefinden und unser Geistiggesinntsein, daß sie uns sehr schöne, erbauende Briefe geschrieben haben. ... All diese Segnungen machten es uns leicht, nach Liberia zurückzukehren, auch wenn die dortigen Verhältnisse nicht stabil sind.“

Einige Tage nach dem Ende der Kongresse in Großbritannien begannen in Deutschland die Kongresse. Die Zeugen in den Kongreßstädten luden die Öffentlichkeit dazu ein. Das gab ihnen Gelegenheit, ihren Mitmenschen zu erklären, daß solche internationalen Kongresse, von denen in Deutschland 5 geplant worden waren, ein Teil unseres weltweit durchgeführten Programms biblischer Bildung sind. Das gesamte Kongreßprogramm wurde in 13 Sprachen dargelegt. Bei den wichtigsten Programmpunkten waren alle 5 Kongreßstädte (Berlin, Nürnberg, München, Dortmund und Stuttgart) durch Standleitung miteinander verbunden. Es wurde eine hervorragende Höchstzahl von 217 472 Besuchern erreicht, von denen etwa 45 000 aus dem Ausland gekommen waren, viele von ihnen aus Osteuropa. Mindestens 150 Missionare, International Servants und Bethelmitarbeiter im Auslandsdienst waren unter den Kongreßbesuchern.

Vom 21. bis zum 23. August, also kurz vor dem Ende des Dienstjahres, fand in Athen (Griechenland) ein weiterer epochemachender internationaler Kongreß statt. Trotz wütend vorgebrachter Einwände von seiten der Geistlichkeit der griechisch-orthodoxen Kirche kamen 39 324 Kongreßbesucher aus 21 Ländern zusammen. Wo immer die Delegierten in Athen und in anderen Orten des ganzen Landes hingingen, wurde ein hervorragendes Zeugnis gegeben — durch ihr Benehmen, ihre Kleidung und ihr Erscheinungsbild sowie durch ihre Predigttätigkeit und die Literatur, die sie abgaben. Die griechischen Zeugen zeigten eine derartige von Herzen kommende Gastfreundschaft, daß viele Besucher vor lauter Rührung kein Wort hervorbrachten und ihren Freudentränen freien Lauf ließen, und das, obwohl Jehovas Volk eigentlich an christliche Liebe gewöhnt ist. Und zu sehen, wie sich Griechen und Türken umarmten und küßten und einander Gastfreundschaft erwiesen — ja, das war ein Wunder, das nur Jehova wirken konnte!

Inzwischen hat das neue Dienstjahr angefangen, und weitere internationale Kongresse finden statt — in Afrika, Lateinamerika, Korea und Australien.

Verbreitung der Königreichs-Nachrichten

Der Predigtdienst gehört natürlich zu unseren wichtigsten Tätigkeiten. Jehova hat ihn uns durch seinen Sohn aufgetragen. Und die Botschaft, die wir verkündigen, ist das, was die Menschen dringend benötigen (Jes. 43:10-12; Mat. 24:14). Im vergangenen Jahr beteiligten sich 5 888 650 Personen an dieser Tätigkeit und setzten 1 186 666 708 Stunden im Predigtdienst ein. Welch ein vortrefflicher „Zeugnishaufen“! Begeisternd am Predigtdienst des letzten Dienstjahres war die Verbreitung der Königreichs-Nachrichten Nr. 35, die das Thema trugen: „Wird jemals unter allen Menschen Liebe herrschen?“ Wie passend, die Menschen auf der Grundlage ihres Verlangens, geliebt zu werden, anzusprechen — ein Verlangen, mit dem der Mensch von Gott erschaffen wurde! Die Botschaft war kraftvoll, und viele aufrichtige Menschen reagierten günstig darauf.

Von diesem Traktat wurden nahezu 400 000 000 Exemplare in 166 Sprachen gedruckt. Traktate in 27 dieser Sprachen wurden in Rußland verbreitet, und in 10 Sprachen hatten wir noch nie Literatur. Viele Zweige, in denen man sich der ethnischen Vielfalt im Gebiet bewußt war, sorgten dafür, daß das Traktat in 10, 20 oder sogar 30 Sprachen verbreitet wurde.

Als eine Zeugin in Ghana mit den Königreichs-Nachrichten von Bauernhof zu Bauernhof ging, traf sie einen Mann und seine Frau, die gerade heftig miteinander stritten. Flugs zeigte sie ihnen die Königreichs-Nachrichten Nr. 35 mit dem ins Auge springenden Thema „Wird jemals unter allen Menschen Liebe herrschen?“ Sofort beruhigte sich das Paar. Unsere Schwester nahm sich die Zeit, das Traktat mit den beiden zu besprechen, und zeigte ihnen an Hand der Bibel die Gründe für Streitigkeiten und auch, was Gottes Königreich für die Menschheit tun wird. Zum Schluß des Gespräches sagte der Mann: „Bestimmt hat Gott Sie mit diesem Flugblatt hierhergesandt.“ Gern nahmen die beiden das Angebot eines Heimbibelstudiums an. Weitere 1 850 Personen sandten den Coupon mit der Bitte um ein kostenloses Heimbibelstudium an das Zweigbüro in Ghana. In Malawi gingen 1 900 entsprechende Bitten von Lesern ein, in Simbabwe 2 717, in Polen 1 346 und in den Vereinigten Staaten 2 525. In Rußland schrieben 7 100 Personen an das Zweigbüro und baten darum, daß jemand mit ihnen die Bibel studiert.

Die ansprechende Aufmachung, der zum Nachdenken anregende Titel und der freundlich gehaltene Inhalt des Traktates waren genau das richtige für das vom Krieg heimgesuchte Sri Lanka. Hunderte von Personen sandten den Coupon an das Zweigbüro und baten um die Broschüre; bei einem großen Teil war damit auch die Bitte um ein Heimbibelstudium verbunden. Viele von denen, die um ein Studium gebeten hatten, sind inzwischen Verkündiger der guten Botschaft; manche haben sich auch schon taufen lassen.

In Kamerun mieteten 30 Verkündiger einen Bus, um die Traktate in einem Gebiet zu verbreiten, das etwa 70 Kilometer von ihrem Königreichssaal in Garoua entfernt ist. Am Vormittag bearbeiteten sie das Gebiet mit Traktaten, und am Nachmittag konnten sie 182 Zuschauern das Video Jehovas Zeugen — Die Organisation, die hinter dem Namen steht vorführen. Zum Schluß baten viele um mehr Literatur. Eine Reihe von Heimbibelstudien wurde eingerichtet, und die Versammlung sandte einen Pionier dorthin, um sich des Interesses anzunehmen.

Als die Königreichs-Nachrichten Nr. 35 in der Demokratischen Republik Kongo verbreitet wurden, nahmen viele Leute sie gern entgegen; andere, die wegen der Härten des Lebens abgestumpft waren, nahmen sie eher zögerlich. Als Verkündiger bei einer Frau von der letztgenannten Gruppe einen Rückbesuch machten, war sie sehr krank und hatte kein Geld für die notwendigen Medikamente. Die Verkündiger besorgten ihr die Medikamente. Das ging ihr zu Herzen und führte zu einem Bibelstudium mit ihr und ihren 4 Kindern. In einem anderen Fall dachte ein junger Mann, der das Traktat erhalten hatte, die Zeugen würden mit ihrer Leistung prahlen. Später befand er sich in einem Bus, der von Straßenräubern angegriffen wurde. Da er mitten in der Nacht in einem Gebiet, in dem er niemanden kannte, ohne Geld zurückgelassen wurde, schloß er sich einem Zeugen an, der ebenfalls in dem Bus gewesen und ausgeraubt worden war. Sie kamen zu der Wohnung eines Zeugen, wo die beiden hereingebeten wurden, übernachten konnten und ihnen am nächsten Morgen zur Weiterreise verholfen wurde. Wieder zu Hause, erzählte der junge Mann die Geschichte seinen Freunden und sagte: „Jehovas Zeugen prahlen nicht. Unter ihnen ist echte Liebe am Werk, und sie lieben ihren Nächsten.“ Am gleichen Tag wurde bei ihm ein Studium eingerichtet.

Eine Versammlung im Norden von Chile ermunterte die Verkündiger, jedem ein Traktat zu geben, ganz gleich, wo. Ein Verkündiger suchte den örtlichen Radiosender auf. Der Sprecher war von der Botschaft so beeindruckt, daß er das Vormittagsprogramm unterbrach und den Hörern die Botschaft der Königreichs-Nachrichten Nr. 35 in voller Länge vorlas.

In Italien wurden die Königreichs-Nachrichten einer Nonne überreicht, die auf einen Bus wartete. Bei ihr konnte ein Bibelstudium eingerichtet werden, das jeden Tag 10 bis 15 Minuten an der Bushaltestelle durchgeführt wurde. Nach anderthalb Monaten schätzte die Nonne die biblische Wahrheit so sehr, daß sie das Kloster verließ. Dankbar erfuhr sie, daß die Erde durch Gottes Königreich ein Ort werden wird, wo sich die Menschen wirklich lieben und wo es weder rassische noch sprachliche Barrieren gibt. Sie kehrte in ihre Heimat Guatemala zurück, wo ihre leibliche Schwester, die bereits eine Zeugin Jehovas war, weiter mit ihr studierte.

Wachtturm-Schulungszentrum

Das Wachtturm-Schulungszentrum in Patterson (New York) spielt beim weltweiten Predigen des Königreiches Gottes eine bedeutende Rolle.

Im Jahr 1994 war der Bau in Patterson so weit fortgeschritten, daß bestimmte größere Abteilungen der Gesellschaft nach und nach in das Wachtturm-Schulungszentrum ziehen konnten. Im Lauf mehrerer Monate zogen ein Teil des Planungsbüros, die Dienstabteilung, die Redaktion für biblische Fragen und Leserbriefe, die Abteilung Übersetzungshilfe (die derzeit mit Gruppen von Übersetzern in 116 Ländern zusammenarbeitet), die Rechtsabteilung (die sich zur Unterstützung der weltweiten Tätigkeit der Zeugen Jehovas rechtlicher Belange annimmt) und die Graphikabteilung (die sich um die optische Gestaltung von Büchern, Zeitschriften, Broschüren und anderem kümmert) zusammen mit allen notwendigen Betriebsabteilungen dorthin.

Im März 1995 wurde die Gileadschule von Wallkill in die neuen Gebäude in Patterson verlegt. Seitdem sind Absolventen der Gileadschule in 51 Länder ausgesandt worden — nach Zentral- und Südamerika, Afrika, Osteuropa, in den Orient und auf die Inseln der Meere. Außerdem wurden in der Schule für Mitglieder von Zweigkomitees 336 Brüder besonders geschult, die aus den Zweigbüros der Gesellschaft in 106 Ländern gekommen waren und dorthin zurückkehrten.

Jetzt ist ein neues Gebäude im Wachtturm-Schulungszentrum in Patterson fertiggestellt worden, das mit Audio-Video-Technik ausgestattet ist. Am 20. April 1998 begann der Umzug der entsprechenden Büros und der Ausrüstung in dieses schöne neue Gebäude. Durch die dortigen Einrichtungen werden wir die Möglichkeiten, die sich auf dem audiovisuellen Gebiet ergeben, noch besser nutzen können.

Natürlich begann die Tätigkeit der Gesellschaft auf diesem Gebiet nicht mit der Nutzung dieses Gebäudes. Außer dem, was in der Weltzentrale getan wird, werden in etwa 30 Zweigbüros Kassettenaufnahmen gemacht. Zu diesen können die Bibel auf Kassette, Zeitschriften in der Landessprache, Broschüren und Kongreßdramen gehören. In 61 Sprachen stehen derzeit unterschiedliche Aufnahmen auf Tonbandkassette zur Verfügung. In ein paar Sprachen werden die Aufnahmen weltweit verbreitet. Des weiteren werden Compact Discs (CDs) mit verschiedenen Arrangements unserer Königreichslieder produziert, und in 9 Sprachen gibt es Nachschlagewerke auf CD (Watchtower Library).

In 41 Sprachen werden Videos hergestellt. Die Drehbücher werden in der Weltzentrale geschrieben, und inzwischen ist ein Archiv mit mehr als 2 100 Videoaufnahmen angelegt worden, auf die zurückgegriffen werden kann. Die eigentlichen Videoaufnahmen werden nicht nur in Patterson gemacht, sondern auch in vielen anderen Teilen der Welt. Das Schneiden der ursprünglichen Mutterbänder und der englischsprachigen Fassung wird jetzt in den neuen Audio-Video-Einrichtungen in Patterson erledigt. Im gesellschaftseigenen Studio in den Niederlanden werden Videos in anderen Sprachen als Englisch zur Vervielfältigung vorbereitet. Die Stimmen der Sprecher werden in einer Reihe von Tonstudios in den Zweigbüros aufgenommen, und diese Aufnahmen werden dann in die Niederlande gesandt, wo sie mit der Musik und den Toneffekten abgemischt werden. Außerdem müssen die notwendigen Untertitel hinzugefügt werden, womit dann das Mutterband für die jeweilige Sprache fertiggestellt wird. In Japan wird ein Teil dieser Arbeiten für den Orient erledigt.

Der Gebrauch von Videos in Gebärdensprache hat stark zugenommen. Das ist teilweise eine Folge der Erkenntnis, daß die einzelnen Gebärdensprachen eigenständige Sprachen sind und nicht nur sichtbare Darbietungen gesprochener Sprachen. Als Gehörlose die ersten Videos in Gebärdensprache erhielten, betrachteten manche von ihnen dies als Beweis dafür, daß Jehova sie nicht vergessen hatte, sondern sich auch um die Bedürfnisse Gehörloser kümmert. Die Gesellschaft stellt Videos her, bei denen in die audiovisuelle Fassung die Übersetzung in Gebärdensprache eingeblendet wird. Es gibt aber auch gebärdensprachige Videos, die eine vollständige Übersetzung von gedruckten Veröffentlichungen der Watch Tower Society sind. Meistens werden diese bei Heimbibelstudien mit Gehörlosen verwendet; daher enthalten solche Videos auch die Studienfragen, so daß der interaktive Einsatz dieser Videos möglich ist. Außerdem sind Lieder in Gebärdensprache aufgenommen worden, und mit Hilfe dieser Aufnahmen wird das Publikum angeleitet, Lieder zu „singen“. Die Gesellschaft wird die Herstellung von Videos in Gebärdensprache fördern, und zwar in ihren Einrichtungen in den Vereinigten Staaten, in Mexiko, Brasilien, Japan, Dänemark und in den Niederlanden. In den meisten dieser Zweigbüros werden die Aufnahmen in Gebärdensprache auch geschnitten.

Das Zeugnisgeben in Gebärdensprache hat in den letzten Jahren stark zugenommen. In Korea, wo den Gehörlosen seit einer Reihe von Jahren besondere Aufmerksamkeit geschenkt wird, gibt es 17 gebärdensprachige Versammlungen. In den Vereinigten Staaten sind 19 derartige Versammlungen tätig; in Rußland gibt es eine Versammlung und 43 kleinere Gruppen. Auch in anderen Ländern sind zufolge der Aufmerksamkeit, die den speziellen Bedürfnissen Gehörloser geschenkt wird, positive Reaktionen festzustellen. Weltweit gibt es knapp 80 dieser Versammlungen und noch mehr kleinere Gruppen. Wie Jehovas Diener, die hörbare Sprachen sprechen, so sehnen auch ihre gehörlosen Brüder und Schwestern die Zeit herbei, in der unterschiedliche Sprachen — ob sichtbare oder hörbare — die offene Kommunikation nicht mehr behindern werden. Doch schon heute sprechen wir alle die „reine Sprache“, wenn auch in vielen Sprachen, und dürfen so Jehovas Güte vereint bekanntmachen (Zeph. 3:9).

Augenzeugen vortrefflicher Werke

Der Eifer, mit dem Jehovas Diener mit Außenstehenden über die gute Botschaft vom Königreich sprechen, erfreut sein Herz. Doch diese nehmen ihren beispielhaften Lebenswandel und ihre vortrefflichen Werke oftmals nicht zur Kenntnis, und manchmal kommt es leider auch zu Mißverständnissen. Ist es möglich, vernünftige, aber falsch informierte Personen auf die Tatsachen hinzuweisen und sie aufzuklären? (1. Pet. 2:12).

Das Büro für Öffentlichkeitsarbeit bemüht sich unter der Leitung des Schreibkomitees, falschen Informationen über Gottes Diener entgegenzuwirken, damit Außenstehende für die Königreichsbotschaft empfänglicher sind. Zu diesem Zweck will das Büro in der Öffentlichkeit das Verständnis über Jehovas Zeugen fördern, indem es guten Aufschluß zur Verfügung stellt, der an die Medien, an Erzieher und andere Fachleute weitergegeben werden kann.

Um sich greifende Gewalttätigkeiten aus ethnischen oder religiösen Gründen erschüttern die Weltgemeinschaft. Erzieher bemühen sich, ihren Schülern ethische Werte zu vermitteln, um jungen Leuten zu helfen, Vorurteile abzulehnen und nicht gewalttätig zu werden. Was haben Jehovas Zeugen Erziehern anzubieten? In Schweden sandte ein Zeuge einem prominenten Beamten das Video Standhaft trotz Verfolgung — Jehovas Zeugen unter dem NS-Regime. Als Folge davon baten Vertreter der Regierung Jehovas Zeugen, sich an einem landesweiten Projekt zur Information über den Holocaust zu beteiligen, das unter dem Thema „Lebendige Geschichte“ stand. Die Brüder wurden gebeten, Schulkinder und die Allgemeinheit über Jehovas Zeugen in der NS-Zeit zu informieren. Anschließend wurden Lehrer ermuntert, Zeugen Jehovas einzuladen, in den Klassenräumen Stunden zum Thema Ethik und Moral zu geben, die sich auf die Erfahrungen während des Holocausts stützten.

Woanders hat sich das Video Jehovas Zeugen — Die Organisation, die hinter dem Namen steht als wirkungsvoll erwiesen. In der Côte d’Ivoire zeigten viele Menschen größeres Verständnis für Jehovas Zeugen und ihre Organisation, nachdem sie das Video im staatlichen Fernsehen gesehen hatten.

Manche Gegner haben versucht, falsche Auffassungen über die medizinische Verwendung von Blut als Vorwand dafür zu benutzen, unsere Tätigkeit in Rußland zu beschränken (Apg. 15:28, 29). Das russische Gesundheitswesen hat große Probleme in Verbindung mit der Blutversorgung, und es wäre von Nutzen, wenn es Informationen über alternative Behandlungsmethoden ohne Blut zur Verfügung hätte. Viele Ärzte, die bereit wären, Patienten ohne den Einsatz von Blut zu behandeln, möchten sich auf diesem Gebiet größere Kenntnisse aneignen und sich schulen lassen. Da Jehovas Zeugen an den biblischen Grundsätzen über das Leben und das Blut festhalten, können sie entsprechende Informationen aus der Wissenschaft, der Medizin und über Patientenrechte anbieten, die für die Allgemeinheit und im Gesundheitswesen tätige Personen wertvoll sind.

Das Büro für Öffentlichkeitsarbeit plante zusammen mit dem Krankenhausinformationsdienst eine Reihe von kurzen Präsentationen in Krankenhäusern von St. Petersburg und Moskau. Namhafte Ärzte in den Vereinigten Staaten und in Europa, die die Entscheidung von Zeugen Jehovas, sich des Blutes zu enthalten, respektieren, wurden gebeten, auf diesen Veranstaltungen im Frühjahr 1998 zu sprechen. Der Leiter der Abteilung für Anästhesie und Intensivpflege an einem Krankenhaus in den Vereinigten Staaten, dem ein Zentrum für Behandlungen ohne Blut angeschlossen ist, sagte: „Unsere Erfahrungen zeigen, daß bei Operationen ohne Bluttransfusion die Kosten sinken und die Behandlung für den Patienten besser wird.“ Einer Gruppe von 400 russischen Ärzten teilte er mit: „Die Bluttransfusion ist als lebensrettend angesehen worden, doch nach und nach erkennen wir einige ihrer dem Patienten höchst abträglichen Wirkungen.“ Die Presse machte die Bedeutung dieser Symposien weithin bekannt. Unter den Anwesenden waren angesehene russische Spezialisten sowie Vertreter von Gesundheitskomitees und des Gesundheitsministeriums. Kurz danach wurden in den Medien die Aussagen von Kapazitäten auf dem Gebiet der Medizin über die Gefahren in Verbindung mit der Verwendung von Blut wiedergegeben, die eingeräumt hatten, daß die Ablehnung von Bluttransfusionen nicht als unvernünftig angesehen werden sollte.

Außerdem wurden im vergangenen Jahr in ausgewählten Ländern gemeinsame Anstrengungen unternommen, mit Einzelpersonen und Organisationen in Verbindung zu treten, die besonders wegen des Verfalls der Familie besorgt sind. Ihnen wurde das Buch Das Geheimnis des Familienglücks angeboten. Wie reagierten sie?

Der Direktor einer katholischen Eliteschule in Madrid (Spanien) bestellte 90 Familienglück-Bücher — eines für jeden Lehrer. Der Leiter eines Heimes für problematische Jugendliche in Rotterdam (Niederlande) bat um ein Buch für jeden Abteilungsleiter des Heimes, weil er meinte, diese könnten Jugendlichen mit dem Aufschluß helfen. In der Ukraine berichteten Zeitungen, Radio und Fernsehen über den Feldzug von Jehovas Zeugen, die Familien zu stärken. Die Leiter von 256 Organisationen und Institutionen baten die Zeugen, die Mitarbeiter darüber zu unterrichten, wie man Familien stärkt (Eph. 5:22 bis 6:4). Auf Grund dieses Feldzuges haben einige Lehrer angefangen, Zusammenkünfte der Versammlung zu besuchen.

Ein weiteres Thema, das letztes Jahr angesprochen wurde, betraf die Rolle der Frau. Das Erwachet! vom 8. April 1998 hatte das Titelthema: „Frauen — Wie sind ihre Zukunftsperspektiven?“ In der Artikelserie wurde über die Diskriminierung von Frauen gesprochen, über den gesellschaftlichen Wert ihrer Arbeit und über die günstigen Aussichten, die sie nach der Bibel haben (Spr. 31:10-31; 1. Tim. 5:1, 2). Man unternahm besondere Anstrengungen, den Aufschluß Gruppen und Organisationen zukommen zu lassen, die sich mit Frauenfragen beschäftigen. Wer außer Jehovas Zeugen kann derartige Informationen in über 230 Ländern und Inselgebieten anbieten?

In Japan sandten Brüder des Zweigbüros ein Anschreiben zusammen mit einer Pressemitteilung und einem Exemplar der Erwachet!-Ausgabe an mehr als 3 000 Frauenorganisationen. In Puerto Rico riefen interessierte Personen, darunter einige Sozialarbeiter und ein Universitätsprofessor, im Zweigbüro an und baten um Exemplare dieser Erwachet!-Sonderausgabe. Eine Frau, die Mitglied des Repräsentantenhauses der gesetzgebenden Körperschaft war, las die Zeitschrift und war von dem Schulungsprogramm, das Jehovas Zeugen weltweit durchführen, und ihrem aufrichtigen Interesse am Gemeinwohl derart beeindruckt, daß sie die Zeugen in ihr Büro einlud. In einer Stadt war ein leitender Beamter im Büro des Bürgermeisters an dem Stoff so interessiert, daß er um 100 Exemplare für 5 Abteilungen der Stadtverwaltung bat.

Wir können die negative Meinung vieler Menschen in der Welt über uns nicht ändern. Doch wir sind davon überzeugt, daß Jehova Tätigkeiten, durch die sein großer Name geheiligt wird, weiterhin segnet. Da diejenigen, die „zum ewigen Leben richtig eingestellt“ sind, Augenzeugen unserer vortrefflichen Werke sind, sehen sie Gründe dafür, sich denen anzuschließen, die Gott verherrlichen (Apg. 13:48).

‘Die Zeltstricke verlängern’

Vor langer Zeit sagte Jehova zu seiner Organisation prophetisch: „Mache die Stätte deines Zeltes geräumiger. ... Halte nicht zurück. Verlängere deine Zeltstricke, und mache die Zeltpflöcke von dir stark“ (Jes. 54:2). Heute erfüllt sich Offenbarung 7:9, und Millionen, die sich danach sehnen, einmal unter dem messianischen Königreich auf der Erde zu leben, gelangen in die theokratische Organisation. Auch für diese Menschen wird Raum benötigt.

In vielen Ländern ist es überaus wichtig, daß Königreichssäle gebaut werden, um geeignete Stätten für biblische Unterweisung zu schaffen. Eine Übersicht aus Ghana zeigt, daß es dort gegenwärtig 237 Königreichssäle gibt und 275 weitere gebaut werden. Aus der Ukraine wird die Fertigstellung von 84 Königreichssälen berichtet, und 61 weitere befinden sich im Bau. In Südafrika helfen Brüder, die mit einem regionalen Baukomitee zusammenarbeiten, den ortsansässigen Brüdern, das Fundament ihres Königreichssaales zu legen, und lassen ihnen dann Gerätschaften zur Herstellung von Ziegelsteinen zurück. Die ortsansässigen Zeugen, überwiegend Schwestern, stellen die Steine her und stapeln sie zum Trocknen auf. Sobald die Steine fertig sind, kommen die freiwilligen Helfer wieder, die mit dem regionalen Baukomitee zusammenarbeiten, und errichten schnell den Saal. So können gute Säle zu geringsten Kosten gebaut werden.

Passende Königreichssäle tragen zur Beschleunigung des Einsammlungswerkes bei. Nachdem in Madagaskar ein Königreichssaal für zwei Versammlungen fertiggestellt worden war, wurden innerhalb weniger Monate in derselben Gegend zwei weitere Versammlungen gegründet, und es bestehen Aussichten, noch eine zu gründen. Doch aus einem anderen afrikanischen Land wird berichtet, daß es dort mehr als 28 000 Verkündiger gibt und nur jede 10. Versammlung einen Königreichssaal hat; in einem weiteren Land — mit über 38 000 Verkündigern — hat jede 26. Versammlung einen Königreichssaal. Ein Zweigbüro in Osteuropa meldet über 100 000 Verkündiger und berichtet, nur jede 13. Versammlung habe einen Königreichssaal. In einigen Ländern fehlen über 1 000 — sogar 2 500 — Königreichssäle. Daher wurden gegen Ende des Dienstjahres Schritte unternommen, daß freiwillige Helfer aus vielen Ländern beim Bau von zusätzlichen 8 000 oder mehr dringend benötigten Königreichssälen in bestimmten Ländern helfen, in denen die einheimischen Brüder nicht über genügend Bauerfahrung und Bezugsquellen für Material verfügen. So wird dafür gesorgt, daß die vielen, die in Jehovas Organisation strömen, Zusammenkunftsstätten haben.

Wenn die Zahl der Verkündiger zunimmt — und im vergangenen Jahr ließen sich 316 092 weitere Personen taufen —, werden auch zusätzliche Zweigeinrichtungen notwendig. Zur Zeit dienen 17 781 Brüder und Schwestern in Bethelfamilien auf der ganzen Erde als Angehörige der ordensähnlichen Gemeinschaft der Sondervollzeitdiener.

KENIA: Am 25. Oktober 1997 wurden in Kenia neue Zweiggebäude der Bestimmung übergeben. Milton Henschel von der leitenden Körperschaft war anwesend; ebenso andere, die zuvor in Kenia mitgearbeitet hatten. Begeisterte Zeugen aus ganz Ostafrika waren gekommen — teilweise zu Fuß — und wohnten dem besonderen Programm bei, das für das Wochenende vorgesehen war.

Von diesem Zweigbüro aus wird das Werk des Predigens und Jüngermachens in einem Gebiet Ostafrikas beaufsichtigt, in dem insgesamt mehr als 29 000 Verkündiger tätig sind. Bereits zu Beginn der 30er Jahre begannen kühne Pioniere aus Südafrika, in Kenia Zeugnis zu geben. Bis zur Ankunft der neugetauften Mary Whittington aus Großbritannien im Jahr 1949 wurde allerdings nur sporadisch Zeugnis gegeben. 1956 kamen in Kenia zum erstenmal in Gilead ausgebildete Missionare an, William und Muriel Nisbet. Bruder Nisbets Brüder Robert und George gehörten zu den ersten Pionieren, die dort bereits in den 30er Jahren Zeugnis gegeben hatten. Viele weitere Missionare, Sonderpioniere aus Sambia und Tansania sowie andere Brüder, die dort dienten, wo sie dringender benötigt wurden, haben beim Wachstum des Werkes in Kenia ebenfalls eine größere Rolle gespielt. Bis es in Kenia 1 000 Verkündiger gab, vergingen 41 Jahre. Heute lassen sich jedes Jahr weit mehr als 1 000 Menschen taufen.

FRANKREICH: Am Wochenende vom 15. und 16. November 1997 übergaben Jehovas Zeugen in Frankreich neue Zweiggebäude in Louviers, zirka 100 Kilometer westlich von Paris, der Bestimmung. Zur Bestimmungsübergabe, deren Höhepunkt Ansprachen von Lloyd Barry und Daniel Sydlik von der leitenden Körperschaft waren, kamen Brüder und Schwestern aus 42 Zweigbüros. Und wie begeisternd es doch war, am nächsten Tag eine Menge von 95 888 Besuchern zu sehen, die sich zum besonderen Programm auf dem Messegelände von Villepinte nördlich von Paris versammelt hatten! Das war die größte Zusammenkunft von Zeugen Jehovas, die es in Frankreich je gab.

In den 80er Jahren stieg die Zahl der Verkündiger um 50 Prozent, was dazu führte, daß im Bethel dringend mehr Platz benötigt wurde. Jedoch wurden 10 Jahre gebraucht, um das Projekt zu vollenden. Anfängliche Versuche, in der Umgebung der bestehenden Gebäude zu bauen, stießen auf äußerst heftigen Widerstand. Gegner versuchen weiterhin, die Tätigkeit der Zeugen Jehovas in Frankreich zu stören. Trotz alledem lassen die 121 000 Zeugen in Frankreich nicht nach, die gute Botschaft von Gottes Königreich zu verkündigen, und sie sind zuversichtlich, daß von den 100 Millionen französischsprachigen Menschen in aller Welt noch viel mehr der Einladung folgen, ‘Wasser des Lebens kostenfrei zu nehmen’ (Offb. 22:17).

SPANIEN: Auch in diesem Land reagieren viele aufrichtige Menschen günstig auf die gute Botschaft von Gottes Königreich. Seitdem die Zweiggebäude, die etwas außerhalb von Madrid liegen, 1983 eingeweiht wurden, ist die Zahl der Verkündiger in Spanien von 53 000 auf über 103 000 gestiegen. Die Auflage der Zeitschriften Der Wachtturm und Erwachet!, die für Spanien und Portugal bestimmt sind, ist ebenfalls schnell von 6 500 000 Exemplaren auf fast 23 000 000 Exemplare im Jahr gestiegen. „Wir brauchten dringend Unterkünfte, denn 150 Bethelmitarbeiter mußten schon mehrere Kilometer vom Bethel entfernt wohnen“, berichtet John Heidelberg, der Heimaufseher, „und angemessene Räume zur Lagerung von Literatur und für den Versand fehlten ebenfalls.“

Die Einweihung der erweiterten Zweigeinrichtungen am 28. März 1998 war der Höhepunkt von 5 Jahren harter Arbeit, bei der über 25 000 freiwillige Helfer, meist aus Spanien, aber auch einige aus dem Ausland, mitwirkten. William Malenfant und Gerrit Lösch, beide aus der Weltzentrale in Brooklyn, beteiligten sich an dem Einweihungsprogramm. Da der Platz begrenzt war, kamen am nächsten Tag 65 775 Brüder und Schwestern in Madrid und Barcelona zu einem weiteren ausgezeichneten Programm zusammen.

RUMÄNIEN: Seit gut über 80 Jahren führen Jehovas Zeugen in Rumänien den Predigtdienst durch. Als 1990 das Verbot ihrer Tätigkeit nach 43 Jahren aufgehoben wurde, gab es dort knapp 19 000 Verkündiger. Inzwischen sind es über 37 000, und beim Gedächtnismahl 1998 wurden mehr als 82 000 Anwesende gezählt. In Rumänien wurde ein geeignetes Zweigbüro benötigt. Folglich gehörte die Bestimmungsübergabe des neuen Zweigbüros am 2. Mai 1998 zu den Höhepunkten des Jahres. Zu diesem freudigen Anlaß waren Brüder aus 19 Ländern anwesend, darunter Gerrit Lösch von der leitenden Körperschaft.

Ende des Dienstjahres 1998 arbeiteten 397 erfahrene International Servants und 150 International Volunteers zusammen mit den einheimischen Zeugen an verschiedenen Bauprojekten. Dazu gehörten größere Bauvorhaben in 38 Ländern und kleinere Projekte in 23 weiteren Ländern. Jetzt wird noch zusätzlich der Bau von Tausenden von Königreichssälen geplant. Ja, auf vielerlei Weise wird viel getan, um das sinnbildliche Zelt „geräumiger“ zu machen und die ‘Zeltstricke zu verlängern’.

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Auf jedem internationalen Kongreß sprachen Brüder der leitenden Körperschaft

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Ein Höhepunkt waren die Berichte der Missionare

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Kongreßbesucher zeigten überströmende Liebe und freuten sich über die Maßen

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Audio-Video-Einrichtungen in Patterson

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Zweiggebäude, die der Bestimmung übergeben wurden: (1) in Spanien, (2) in Kenia, (3) in Frankreich